Seelsorge Aktuell

Diese Seite ist für den Internet Explorer ab Version 9 optimiert

Sie verwenden leider einen älteren Internet Explorer. Um Ihnen das komplette Benutzererlebnis zu bieten, ist es notwendig, dass Sie Ihren Browser aktualisieren. Alternativ installieren Sie bitte Google Frame. Ein Internet Explorer Update ist dann nicht erforderlich.

Keine Angst! Sollten Sie unserer Empfehlung nicht folgen, können Sie diese Seite trotzdem anzeigen. Beachten Sie aber bitte, dass die Inhalte nicht optimal dargestellt werden.

Ihr Webmaster

Neues von der Seelsorge Aktuell ...

Die Weihnachtsgans

Dec 24 2011

Eine Gans sollte ein Weihnachtsbraten werden, doch da gab es einiges Unerwartetes. Eine schöne Geschichte, geschrieben nach einer wahren Begebenheit , von Maria Branowitz

 

In einem Vorort von Wien lebten in der hungrigen Zeit nach dem Krieg zwei nette, alte Damen. Damals war es noch schwer, sich für Weihnachten einen wirklichen Festbraten zu verschaffen. Und nun hatte die eine der Damen die Möglichkeit auf dem Land – gegen allerlei Textilien – eine wohl noch magere, aber springlebendige Gans einzuhandeln. In einem Korb verpackt brachte Fräulein Agathe das Tier nach Hause. Und sofort begannen Agathe und ihre Schwester Emma das Tier zu füttern und zu pflegen.

Die beiden Damen wohnten in einem Mietshaus im zweiten Stock und niemand im Haus wußte, dass in einem der Wohnräume der Schwestern ein Federvieh hauste, das verwöhnt, gefüttert und großgezogen wurde.

Agathe und Emma beschlossen feierlich, keinem einzigen Menschen jeweils davon zu sagen – aus zweierlei Gründen:
Erstens gab es Neider, das sind Leute, die sich keine Gans leisten können.
Zweitens wollten die beiden Damen nicht um die Welt mit irgendeinem der nahen oder weiteren Verwandtschaft die später möglicherweise nudelfett gewordenen und dann gebratene Gans teilen. Deshalb empfingen die beiden Damen auch sechs Wochen lang, bis zum 24. Dezember keinen einzigen Besuch. Sie lebten nur für die Gans.

Und so kam der Morgen des 23. Dezember heran. Es war ein strahlender Wintertag. Die ahnungslose Gans stolzierte nichtsahnend und vergnügt von der Küche aus ihrem Körbchen in das Schlafzimmer der beiden Schwester und begrüßte sie zärtlich schnatternd.

Die beiden Damen vermieden es, sich anzusehen. Nicht, weil sie böse aufeinander waren, sondern nur, weil eben keine von ihnen die Gans schlachten wollte. „Du mußt es tun“, sagte Agathe, sprach´s, stieg aus dem Bett, zog sich rasend rasch an, nahm die Einkaufstasche, überhörte den stürmischen Protest und verließ in geradezu häßlicher Eile die Wohnung.

Was sollte Emma tun? Sie murrte vor sich hin, dachte darüber nach, ob sie vielleicht einen Nachbarn bitten sollte, der Gans den Garaus zu machen, aber dann hätte man einen großen Teil von dem gebratenen Vogel abgeben müssen. Also schritt Emma zur Tat, nicht ohne dabei wild zu schluchzen.

Als Agathe nach geraumer Zeit wiederkehrte lag die Gans auf dem Küchentisch, ihr langer Hals hing wehmütig pendelnd herunter. Blut was keines zu sehen, aber dabei alsbald zwei liebe alte Damen, die sich heulend umschlungen hielten.

„Wie, … wie …“ schluchzte Agathe, „hast du es gemacht?“
„Mit … mit … Veronal.“ „Ich habe ihr einige deiner Schlaftabletten auf einmal gegeben,
jetzt ist sie …“ schluchzend „huhh, rupfen mußt du sie … huhuu …“, so ging das Weinen und Schluchzen fort.

Aber weder Emma noch Agathe konnten sich dazu entschließen. In der Küche stand das leere Körbchen, keine Gans mehr, kein schnatterndes „Guten Morgen“ und so saßen die beiden eng umschlungen auf dem Sofa und schluchzten trostlos. Endlich raffte sich Agathe auf und begann den noch warmen Vogel zu rupfen. Federchen um Federchen schwebte in einen Papiersack, den die unentwegt weinende Emma hielt. Und dann sagte Agathe: „Du Emma, nimmst die Gans aus“ und verschwand blitzartig im Wohnzimmer, warf sich auf das Sofa und verbarg ihr Gesicht in den Händen. Emma eilte der Schwester nach und erklärte
einfach nicht tun zu können. Und dann beschloß man, nachdem es mittlerweile spät Abend geworden war, das Ausnehmen der Gans auf den nächsten Tag zu verschieben.

Am zeitigen Morgen wurden Agathe und Emma geweckt. Mit einem Ruck setzten sich die beiden Damen gleichzeitig im Bett auf und stierten mit aufgerissenen Augen und offenen Mündern auf die offene Küchentür. Herein spazierte, zärtlich schnatternd wie früher, wenn auch zitternd und frierend die gerupfte Gans.

Bitte, es ist wirklich wahr und kommt noch besser! Als ich am Weihnachtsabend zu den beiden Damen kam, um ihnen noch rasch zwei kleine Päckchen zu bringen, kam mir ein vergnügt schnatterndes Tier entgegen, das ich nur wegen des Kopfes als Gans ansprechen konnte, denn das ganz Vieh steckte in einem liebevoll gestrickten Pullover, den die beiden Damen hastig für ihrem Liebling gefertigt hatten.

Die "Pullovergans" lebte noch weitere sieben Jahre und starb dann eines natürlichen Todes.

 

Quelle: www.initiative.cc

Total: 0 Comment(s)

Stichpunkte

Was bisher geschah ...

2016 Dec  83  1
2016 Nov  31  2
2016 Jul  20  2
2016 Apr  2  1
2016 Mar  5  1
2016 Feb  8  1
2015 Dec  13  1
2015 Nov  14  4
2015 Oct  43  5
2015 Aug  23  1
2015 Jul  8  1
2015 Jun  14  1
2015 May  30  2
2015 Apr  6  2
2015 Mar  7  1
2015 Feb  10  3
2014 Dec  8  2
2014 Nov  3  2
2014 Oct  12  3
2014 Sep  4  2
2014 Jul  45  3
2014 Jun  2  1
2014 May  9  1
2014 Apr  12  6
2014 Jan  7  3
2013 Dec  14  7
2013 Oct  4  3
2013 Sep  3  1
2013 Aug  4  2
2013 Jun  113  3
2013 May  0  1
2013 Mar  17  5
2013 Feb  1  4
2013 Jan  2  2
2012 Dec  162  8
2012 Nov  9  3
2012 Oct  2  4
2012 Jul  16  4
2012 Jun  79  4
2012 May  2  3
2012 Apr  48  12
2012 Mar  4  4
2012 Feb  4  4
2012 Jan  300  16
2011 Dec  13  15
2011 Nov  16  11
2011 Oct  1  2
2011 Jul  70  1
2010 Dec  5  19
2010 Sep  0  2
2010 Jun  5  1
2010 Apr  0  1
2010 Mar  3  2
2010 Feb  1  2
2010 Jan  1  4
2009 Dec  8  1
2009 Nov  2  2
2009 Oct  21  4
2009 Sep  0  1
2009 Jul  0  1
2009 Jun  0  1
2009 May  0  2
2009 Jan  0  4
2008 Nov  0  6
2008 Oct  0  1
2008 Sep  95  1
2008 Aug  2  1